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Zentrierung und Yoga

Noch immer wird Yoga im Westen überwiegend mit Körperübungen in Verbindung gebracht. Wenig bekannt ist, dass es im klassischen Yoga vorrangig um Geistesschulung geht, wobei der Entwicklung von Konzentrationskraft ein zentraler Stellenwert zukommt. Anders als in der westlichen Kultur beschäftigen Phänomene der Aufmerksamkeit und Konzentration führende Denker Indiens bereits seit über 2000 Jahren. Zu den bedeutendsten Werken in diesem Zusammenhang gehört das Patanjali Yoga Sutra (Bäumer 1985), ein Kompendium von herausragendem Stellenwert unter den Quellentexten des Yoga, das bis heute als Handbuch für die Yogapraxis dient.

Gegenstand des Yoga Sutra ist die Funktionsweise des menschlichen Geistes, angefangen bei der normalerweise vorherrschenden geistigen Verfassung bis hin zum voll entfalteten menschlichen Potential. Es werden Möglichkeiten einer systematischen Schulung aufgezeigt und dazu geeignete Techniken benannt. Vorrangig geht es um das Aufzeigen eines facettenreichen Entwicklungsweges, der durch eine progressive Entfaltung der Konzentrationsfähigkeit gekennzeichnet ist. Angestrebt wird eine völlig zentrierte geistige Verfassung, die sich durch eine extrem hoch ausgebildete Fähigkeit zur Konzentration auszeichnet.

Yoga ist also ursprünglich eher eine geistige als eine körperliche Disziplin. Körperliche Aspekte finden zwar Berücksichtigung, aber mehr vor dem Hintergrund einer ganzheitlichen Sichtweise, die davon ausgeht, dass geistige Vorgänge immer auch eine körperliche Entsprechung haben, wie zum Beispiel bei Konzentration, die durch eine aufrechte Haltung der Wirbelsäule begünstigt wird.

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© Copyright 2008 Gesellschaft für Zentrierungspädagogik e.V.
Letzte Aktualisierung: 12.02.2008